Bündner Kunstmuseum Chur
Museum d’art dal Grischun Cuira
Museo d’arte dei Grigioni Coira

kUNSTEINRICHTUNG
shirana shahbazi
07.07.2018 - 30.06.2019

Shirana Shahbazi in der Villa Garbald

In einer seit 2005 bestehenden Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum werden durch jährlich wechselnde Präsentationen mit Kunst besondere Impulse in die Villa Garbald gebracht. Das Bündner Kunstmuseum bemüht sich dabei in besonderem Masse, das Erbe des Fotografen und Künstlers Andrea Garbald zu wahren und die Fotokunst in diesem Haus lebendig zu halten. Zu Gast ist dieses Jahr die in Zürich lebende Künstlerin Shirana Shahbazi mit eigenwillig verfremdeten Fotografien von Reisen rund um die Welt.

Shirana Shahbazi wurde 1974 in Teheran geboren, emigrierte nach Deutschland und lebt heute in Zürich. Sie ist mit ihren konzeptuellen Fotografien international bekannt geworden, in denen sie abstrakte Raumkompositionen inszeniert und mit Gegenständen zu komplexen Stillleben kombiniert. Für die Villa Garbald hat sie eine Auswahl ihrer Reisebilder zusammengestellt, die einen flüchtigen Blick auf alltägliche Situationen offenbaren und Augenblicke an diesem oder jenem Ort auf der Welt festhalten, aber kaum zu verorten sind. Einzeln für sich genommen, zeigen die Bilder spezifische Momente und geben konkrete Wirklichkeiten wieder. Als Ganzes erscheinen die Aufnahmen aber als Bilder einer Reise wie im Traum, in dem sich Realitäten überlagern und verschieben. Dazu trägt wesentlich die besondere Farbigkeit der Aufnahmen bei. Es lässt sich auch nicht mit Sicherheit bestimmen, ob die Bilder von heute sind oder aus einer andern Epoche stammen. Der spezifische Ausdruckswert wird durch eine besondere Drucktechnik hervorgebracht, in der die Bilder umgesetzt sind und die ihre Flüchtigkeit betont. Shirana Shahbazi erweist sich damit als eine Künstlerin, die fest in der Fotografie verankert ist, sich aber immer interessiert zeigt, neue Wege in diesem Medium zu gehen. Das macht ihre Arbeit für die Villa Garbald so interessant, wo einst der Künstlerfotograf Andrea Garbald (1877-1958) überraschend experimentell mit Fotografie laborierte. Im Kontext der Villa Garbald erzählen die Bilder aber eine weitere Geschichte: Sie verbinden das von Gottfried Semper entworfene Haus, das der Zolldirektor Agostino Garbald am Grenzort Castasegna 1864 für seine Familie bauen liess, mit der Welt. Der flüchtige Blick, der einen Moment an einem Ort irgendwo auf der Erde festhält, wird hier zu einem Fenster ins Weite, das aus dem Tal in die Welt blicken lässt und die Welt ins Tal bringt.

 

www.garbald.ch


 

Das Bündner Kunstmuseum Chur nutzt die Villa Garbald als «Aussenstation»: Mit Werken der eigenen Sammlung wird jeweils während mehr als einem Jahr eine zwar bescheidene, aber für den spezifischen Ort konzipierte «Ausstellung» gezeigt – die Kunstwerke erscheinen dabei in der Intimität privater Zimmer und gemeinsam genutzter Räume der Villa Garbald als selbstverständliche (Kunst) Einrichtung. Zudem wird damit nicht nur ein sinnstiftender Beitrag für die periphere Talschaft geleistet, sondern auch der kulturelle Austausch zwischen den Regionen gefördert.

Die von Gottfried Semper 1864 fertiggestellte Villa Garbald konnte 2004 dank der Initiative der Fondazione Garbald sorgfältig renoviert und mit dem Wohnturm Roccolo der Architekten Miller und Maranta ergänzt werden. Seither steht die Villa Garbald mit ihrem einzigartigen alpin-südlichen Ambiente für Retraiten und Anlässe in einem wissenschaftlichen, kulturellen oder wirtschaftlichen Kontext zur Verfügung.
Zu jeder Kunst-Einrichtung erscheint eine Broschüre in deutscher, italienischer und englischer Sprache.

Erhältlich auf Bestellung
info@bkm.gr.ch
+41 81 257 28 70

garbald.ch

 

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