Bündner Kunstmuseum
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Öffnungszeiten
Montag geschlossen
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Museum for 1 Picabia, 2009
Gips, Kunststoff, 230 x 100 x 70 cm
Bündner Kunstmuseum Chur
(mit einem Beitrag der Willy Reber Stiftung)
In Brasilien schuf Not Vital eine Reihe von Zeichnungen, mit denen er sich explizit mit Architektur auseinandersetzte: Eine für den Künstler naheliegende Thematik, da er nicht nur in seinem Parkin Not dal Mot in Sent, sondern auch in Agadez oder in Patagonien manche absonderliche Bauten erstellt, die zwischen Objekt und Skulptur, Architektur und Monument oszillieren. Eine dieser locker hingeworfenen Bleistiftzeichnungen, auf die Vital kleine Plastikmesserchen collagierte, wurde in die Dreidimensionalität einer Skulptur übertragen: Museum for 1 Picabia. Not Vital macht damit gleichsam den Vorschlag für ein Museum dessen Baukosten etwa gleich hoch zu veranschlagen sind wie das einzige Kunstwerk, das darin gezeigt wird, in diesem Falle das Gemälde Cure-dents von 1923/25 von Francis Picabia (1879–1953), das sich im Kunsthaus Zürich befindet.
Not Vital war fasziniert von der Geschichte, nach der Picabia seinem Chauffeur den Auftrag gab, in Paris Dinge des alltäglichen Gebrauchs einzukaufen. Diese banalen Dinge – Zahnstocher, Trinkhalme und eine Schnur – applizierte Picabia auf den Bildträger und schuf damit ein prächtiges Blumenstillleben. Ähnliche Alltagsdinge, wie zum Beispiel eben kleine Messerchen aus Kunststoff, kaufte auch Not Vital in Brasilien ein. In China, wo er seit kurzem über ein Bildhaueratelier verfügt, setzte er die erwähnte Zeichnung in eine übermannsgrosse, expressive Gipsskulptur um und brachte auf dieser mehrere Plastikmesser an, die allerdings gegenüber den originalen Plastikdingern in einem erheblich vergrösserten, irritierenden Massstab auftreten, was nur in China durch Handabgüsse zu bewerkstelligen war.
Not Vital kann sich seine Museumsidee – ein Bauwerk, ein Kunstwerk – auch für andere Meisterstücke vorstellen, etwa für Alberto Giacomettis Gipsskulptur Buste de Silvio: Bei jedem Besuch im Bündner Kunstmuseum denke er daran, dass für diese vortreffliche Plastik ein eigenes Museum angebracht wäre.
Beat Stutzer