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Bündner Kunstmuseum
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CH–7000 Chur
Tel. ++41 81 257 28 68
Fax ++41 81 257 21 72
E-mail: info@bkm.gr.ch

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Di–So 10–17 Uhr

Archiv Ausstellungen 2009

Ausstellungplakat der Jahresausstellung 2009, Gestaltung: Remo A. Alig / Marionna Fontana
Ausstellungplakat der Jahresausstellung 2009
Gestaltung: Remo A. Alig / Marionna Fontana
Blick in die Jahresausstellung 2009 (Werke von Urs Cavelty, Elia Aubry, Dominik Zehnder, Monica Ursina Jäger, Chris Hunter)
Jahresausstellung 2009
Blick in die Jahresausstellung 2009 (Installation von Gabriela Gerber / Lukas Bardill)
Jahresausstellung 2009

Jahresausstellung der Bündner KünstlerInnen

Bündner Kunstmuseum Chur, 13. Dezember 2009 bis 17. Januar 2010
Die beliebte Ausstellung ist eine wichtige Plattform für die Vermittlung und Förderung aktuellen Kunstschaffens aus Graubünden. Sie zeigt zwar keinen repräsentativen Überblick, aber eine spannende und überraschende Momentaufnahme aktuellen künstlerischen Schaffens der Region. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen filtert die fünfköpfige Jury jene Werke heraus, die den qualitativen Anforderungen Genüge tun. Quer durch die Gattungen und Generationen vermittelt die Ausstellung in erhellenden Dialogen und aufschlussreichen Zwiegesprächen, aber auch durch unvermittelte Konfrontationen unterschiedlichste künstlerische Positionen.

Dieses Jahr nehmen folgende KünstlerInnen teil:
Remo Albert Alig, Elia Aubry, Mathias Balzer, Mirko Baselgia, Clarina Bezzola, Flurin Bischoff, Michel Borgmann, Evelina Cajacob, Eveline Cantieni, Urs Cavelti, Walter Derungs, Menga Dolf, Christoph Draeger, Ladina Gaudenz, Gabriela Gerber / Lukas Bardill, Conrad Jon Godly, Annatina Graf, Gian-Reto Gredig / Goran Galić, Gian Häne, Svetlana Hansemann, Chris Hunter, Monica Ursina Jäger, Patricia Jegher, Zilla Leutenegger, Catrin Lüthi K., Gaspare O. Melcher, Ursula Palla, Elisabeth Payer, Florio Puenter, Gaudenz Signorell, Gioni Signorell, Beatrix Sitter-Liver, Georg Tannò, Hannes Vogel, Pascale Wiedemann / Daniel Mettler, Dominik Zehnder, Thomas Zindel

Vernissage: 12. Dezember 2009, 17.00 Uhr 

Öffentliche Führungen
Öffentliche Führungen finden an den folgenden Donnerstagen, jeweils 12.30 Uhr, statt: 17.12.2009, 7.1.2010, 14.1.2010

Ich eine Künstlerin – du ein Künstler
Lasst uns schauen, staunen, fragen und antworten und nachher im Atelier selber tätig werden.

Atelier
Für Kinder von 6 – 12 Jahren 16. Dezember, 14 bis 16 Uhr

Atelier rumantsch
13 da schaner 2010, da las 14 fin las 16

 

Corsin Fontana, Schweinsblasengegenstand, 1973
Corsin Fontana
Schweinsblasengegenstand, 1973

Corsin Fontana. Retrospektive

Bündner Kunstmuseum Chur, 3. Oktober bis 15. November 2009
Die Retrospektive vermittelt zum ersten Mal das reiche, während rund vier Jahrzehnten entstandene OEuvre von Corsin Fontana. Repräsentative Werke aus Privatbesitz, aus Museumssammlungen sowie aus dem Atelier des Künstlers stellen in einer sorgsam getroffenen Auswahl ein Schaffen zur Diskussion, das zu den faszinierendsten und eigenwilligsten der Schweizer Kunst seiner Zeit gehört. Corsin Fontana, der 1944 in Chur geboren wurde und seit 1968 in Basel lebt und arbeitet, gehört zu den wichtigsten Schweizer Künstlern seiner Generation. Schon früh brachte er ungewöhnliche Materialien in den Kunstkontext ein und beschäftigte sich intensiv mit der Natur, ihren Prozessen und ihrer Vergänglichkeit. Fontanas Schaffen gliedert sich in markante Werkgruppen, die jeweils neue formale und inhaltliche Aspekte ausloten und geprägt sind durch einen überraschenden Umgang mit den künstlerischen Medien. Das Spektrum reicht von frühen Aquarellen und so genannten Mikrostrukturen bis zu den allerjüngsten Betonskulpturen. Dazu gehören auch die wie Ritualobjekte anmutenden Stäbe, Kugeln und Keulen aus Schweinsblasen und Ton, die einen Bezug sowohl zu fremden Kulturen wie zum Brauchtum in den Alpen herstellen. Auch die faszinierenden Spinnengewebeobjekte sowie die grossen, enigmatischen Holzschnitte werden ebenso gezeigt wie Kreis- und Gitterkonstellationen mit strengem Formenkanon, denen sich der Künstler später zuwandte. Bei den neuen, zum Teil grossformatigen Zeichnungen mit Wachskreide und bei den jüngsten Betonskulpturen dialogisiert die Schärfe des Linearen mit der enormen Sinnlichkeit und Präsenz dichtester Materialität.

Die Werke werden nicht wie üblich in einer chronologischen Abfolge gezeigt. Die Ausstellung konfrontiert die Werke der unterschiedlichsten Werkgruppen miteinander und stellt sie so in einen spannungsreichen und aufschlussreichen Dialog. Die überraschende, aber aufschlussreiche Präsentation offenbart in erster Linie die ausgeprägte Konstanz und Konsequenz im Schaffen Corsin Fontanas, wie sie bislang in dieser Deutlichkeit noch nicht gesehen und wahrgenommen werden konnte.

Beat Stutzer

Vernissage:
Freitag, 2. Oktober 2009, 19 Uhr

Ausstellung
3. Oktober bis 15. November 2009 Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr. Montag geschlossen.

Öffentliche Führungen:
An den Donnerstagen, 22. Oktober, 5. und 12. November, jeweils 12.30 – 13.30 Uhr.

Konzert:
Samstag, 7. November, 19.30 Uhr
Linien. Werke von Carl Davidoff und Jean-Baptiste Barrière / kammerphilharmonie graubünden (Mathias Kleiböhmer und Christine Meyer, Violoncello).

Langer Samstag:
Samstag, 14. November 2009
In einem Rundgang durch die aktuelle Ausstellung spricht Beat Stutzer mit Corsin Fontana über seine künstlerische Arbeit, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr.

Publikation:
Corsin Fontana. Werke 1966 - 2009, herausgegeben von Beat Stutzer, mit Beiträgen von Reinhold Hohl, Christian Müller, Beat Stutzer und Lutz Windhöfel, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 288 Seiten, ca. 170 Abbildungen, CHF 79.- / CHF 50.- für BKV-Mitglieder.

Die Ausstellung und die Herausgabe der Publikation haben mit Beiträgen ermöglicht:  

  • Sophie und Karl Binding Stiftung, Sélection d’Artistes
  • Kulturförderung des Kantons Graubünden
  • Willy Reber Stiftung
  • Artephila Stiftung
Daniel Spoerri, Tableau Piège, Restaurant Spoerri, 1972
Daniel Spoerri
Tableau Piège, Restaurant Spoerri, 1972
© 2010 ProLitteris, Zürich

Gefrorene Momente. Daniel Spoerris Fallenbilder im Dialog mit Judith Albert, David Claerbout, Caro Niederer, Beat Streuli, Jeff Wall

Bündner Kunstmuseum Chur, 27. Juni bis 13. September 2009
Daniel Spoerris Fallenbilder aus den 1960er Jahren sind Meilensteine der Kunstgeschichte. Diese frühen Werke des heute fast achtzigjährigen Künstlers offenbaren ihre Relevanz aber nicht nur aus kunsthistorischer Distanz. Auch in der direkten Gegenüberstellung mit Werken einer jüngeren Generation wirken sie aktuell und unmittelbar. So spielt das Alltägliche eine zentrale Rolle in diesem Dialog zwischen dem älteren und den jüngeren Künstlern Judith Albert, David Claerbout, Caro Niederer, Beat Streuli und Jeff Wall – jedoch nicht allein durch die Verwendung alltäglicher Dinge und Motive, sondern durch die Reflexion über die Zeit, die sich aus der Beschäftigung mit dem Alltag ergibt.

Spoerri fixiert mit Leim oder Kunstharz zufällig vorgefundene Situationen auf der Tischunterlage – Essensreste, Geschirr und andere Gegenstände – und hängt diese wie ein Stillleben vertikal an die Wand. Die so genannten Fallenbilder oder Tableau piège fangen einen bestimmten Augenblick ein und halten ihn fest. Einen Moment aus der Beiläufigkeit des täglichen Flusses herauszulösen, kann entweder Erstarrung oder Ausdehnung dieses Moments bedeuten, sowohl eine Fixierung als auch eine Endlosbewegung beschreiben und ebenso für Ewigkeit wie für Vergänglichkeit stehen.

David Claerbout etwa dehnt in seiner komplexen Videoinstallation (Sections of a Happy Moment, 2007) einen einzigen fotografischen Moment auf 26 Minuten aus, in denen dieselbe spielende Familie aus einer immer anderen Perspektive sichtbar wird. Beat Streuli hingegen fotografiert vom gleichen Standpunkt immer wieder neue, zufällig vorbeikommende Passanten. Wie Claerbout zeigt er diese Fotos aus der Reihe Porte de Ninove (2007) in einem projizierten, filmischen Ablauf. Diese scheinbar zufällige Aneinanderreihung von anonymen Menschen erzeugt ein ähnliches Gefühl von Endlosigkeit wie das Video von Judith Albert. In Zwischen der Zeit (2004) giesst eine nur teilweise sichtbare Frauenfigur aus einem Krug Milch in eine Schüssel. Die alltägliche Handlung, die Spoerri durch das Fixieren der Gegenstände bewusst unterbricht, geht bei Albert immer weiter. Die Milch läuft in einem raffinierten Endlosloop aus dem Krug. Wie bei Albert und Spoerri steht der Tisch auch in der grossformatigen Fotografie An Octopus (1990) von Jeff Walls im Zentrum des Geschehens. In einem kellerähnlichen Raum liegt ein Krake auf einem alten Holztisch. Was wie eine zufällige, dokumentarische Aufnahme aussieht, ist in Wirklichkeit eine sorgfältig ausgeleuchtete Inszenierung von Requisiten. Auch Caro Niederer setzt sich mit der Umdeutung von Alltäglichem in Wertvolles auseinander. Sie lässt unspektakuläre, selbst getätigte Schnappschüsse in China zu riesigen Seidenteppichen knüpfen. Aufgrund der zeitlichen und inhaltlichen Distanzierung vom privaten Kontext (die Umsetzung durch fremde Arbeiterinnen dauert neun Monate) erhalten Niederers persönliche Dinge eine Allgemeingültigkeit und werden zu Parabeln des Alltags und des Lebens an sich.

So ist es auch bei Spoerri weniger die augenfällige Vergänglichkeit der Essensreste und Abfälle, die aus seinen Fallenbildern ein Memento Mori machen, sondern das demonstrative Herauslösen aus dem ewigen Kreislauf des Lebens. Was Spoerris Schaffen mit den hier gezeigten Arbeiten einer jüngeren Generation unmittelbar verbindet, ist die Auseinandersetzung mit Zufall und Absicht, mit Bewegung und Stillstand, mit Alltag und Ewigkeit. Die Ausstellung Gefrorene Momente und die Grundthematik der Dauer, die sich in jedem der Exponate auf andere Weise manifestiert, beruht auf der uralten und stets aktuellen Frage nach der menschlichen Wahrnehmung von der Zeit und ihrem Vergehen.

Katharina Ammann

Öffentliche Führungen:
An den Donnerstagen, 2., 16., 30. Juli, 6., 13., 20. August, 3. September, jeweils 12.30 Uhr

Kinderatelier Fixieren – Inszenieren:
26. August (6 - 8 Jahre), 2. September (9 - 12 Jahre), jeweils 14 bis 16 Uhr

Atelier rumantsch, 9 da settember, da las 14 fin las 16

Künstlergespräch:
Freitag, 11. September, 18.15 Uhr
Katharina Ammann und Beat Stutzer unterhalten sich mit den Künstlerinnen Judith Albert und Caro Niederer

Mouvements:
Samstag, 12. September, 19.30 Uhr
Ein Konzert der kammerphilharmonie graubünden mit Werken von Marti, Kelterborn, Brähm und Kopetzki: Eintritt CHF 25.- (BKV 20.-)

Publikation:
Gefrorene Momente – Daniel Spoerris Fallenbilder im Dialog mit Judith Albert, David Claerbout, Caro Niederer, Beat Streuli, Jeff Wall, Hrsg. Bündner Kunstmuseum Chur, mit Texten von Katharina Ammann, Nicole Seeberger und Beat Stutzer, Kehrer Verlag, Heidelberg, Broschur, ca. 20 x 24cm, ca. 72 Seiten, ca. 35 Farbabbildungen, CHF 35.-(CHF 28.- für Mitglieder des Bündner Kunstvereins)

Die Ausstellung:
Gefrorene Momente wird unterstützt von:

  • Ars Rhenia Stiftung zur überregionalen Förderung von Kunst und Kultur
  • Kulturstiftung Landis & Gyr, Zug
Raffaella Chiara, Modul 3, 2004
Raffaella Chiara
Modul 3, 2004

Vermessen. Strategien zur Erfassung von Raum

Jens Brand, Heath Bunting, Raffaella Chiara, Hans Danuser, Kerstin Ergenzinger, Thomas Flechtner, Hamish Fulton, Arno Hassler, Richard Long, Ursula Palla, Peter Piller, Christoph Rütimann, Gerry Schum, Roman Signer, Studer/van den Berg, Hannes Vogel, Lydia Wilhelm

Bündner Kunstmuseum Chur, 11. April bis 7. Juni 2009
Die Welt ist geschrumpft, seit digitale Technologien und das World Wide Web darin Einzug gehalten haben. Geografische Distanzen und Zeitzonen lassen sich durch immer leistungsfähigere Möglichkeiten elektronischer Datenübertragung überwinden. So zumindest kommt es uns vor. Denn die weissen Flecken auf der Landkarte gibt es nach wie vor. Auch GPS Systeme können uns nur an Orte lotsen, die bereits registriert, beschriftet und eingeordnet wurden.

Der Wunsch, die Welt zu vermessen und sie dadurch nicht nur zu verstehen, sondern auch zu kontrollieren, ist so alt wie die Menschheit selbst. Durch die Digitalisierung hat die künstlerische Auseinandersetzung mit Mapping, Vernetzung und Kartografierung in den letzten Jahren an enormer Aktualität gewonnen. Dabei offenbaren sich in den Arbeiten der hier versammelten in- und ausländischen KünstlerInnen konstruktive Unschärfen, hervorgerufen durch die Subjektivität der Messenden und die beunruhigende «stetige Bewegung dessen, was unbeweglich erscheint» (Deleuze). Denn die Vermessung der Welt ist kein rein dokumentarischer, sondern ein eingreifender und schöpferischer Akt, der nichts so zurücklässt wie es vorher war.

In dieser Ausstellung steht das Durchmessen, Erwandern und Abtasten von Raum im Zentrum, das sich anhand verschiedenster Medien und Strategien von realen Territorien bis zu virtuellen Landschaften erstreckt. Die Kuratorin Katharina Ammann stellt in ihrer ersten Themenausstellung im Bündner Kunstmuseum einen direkten Bezug zur überwältigenden Topografie des Kantons Graubünden her, die seit Jahrhunderten Künstler inspiriert und Landvermesser herausfordert.

Katharina Ammann

Vernissage
Donnerstag, 9. April 2009, 19.00
Es sprechen Dr. Beat Stutzer und Dr. Katharina Ammann, Bündner Kunstmuseum. Anschliessend wird die Arbeit Der Berg von Ursula Palla installiert.

Publikation
Im Verlag für Moderne Kunst Nürnberg erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Dr. Rudolf Frieling (Medienkunstkurator SFMoMA), Franco Bontognali (Amt für Landwirtschaft und Geoinformation, Graubünden) und Dr. Katharina Ammann (Konservatorin Bündner Kunstmuseum). 83 S., 57 Abb., 34.- (BKV 26.-)

Öffentliche Führungen 23. / 30. April, 14. Mai
mit Katharina Ammann, jeweils 12.30-13.30
Eintritt frei

Filmabend 7. Mai, 19.30
«Roman Signer. Aktion mit einer Zündschnur» – Ein Film von Peter Liechti (1990)
«Aktion mit einer Zündschnur» – Ein Film von Roman Signer (1989)
Eintritt 8.-/6.-

Vortragsperformance 28. Mai, 19.30
«Your world - Our business» – Ein Gespräch mit Firmengründer Jens Brand über die Kunst des Weltabspielens
Eintritt 12.-/8.-

Ernst Ludwig Kirchner (1880 - 1938), Das Leben – Hagemann Teppich (Entwurf), 1927-1928
Ernst Ludwig Kirchner
Das Leben – Hagemann Teppich (Entwurf), 1927-1928

Bildteppiche von Ernst Ludwig Kirchner und Lise Gujer. Unbekannte Entwürfe und Vorlagen

Bündner Kunstmuseum Chur, 7. Februar bis 22. März 2009
Zum ersten Mal werden die erstaunlichen und in vieler Hinsicht faszinierenden Entwürfe von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) für Bildteppiche und Wirkereien gezeigt, die Lise Gujer (1893–1967) noch zu Lebzeiten des Künstlers oder nach dessen Tod auf Ihrem Webstuhl angefertigt hatte. Die allermeisten dieser Entwürfe sind unpubliziert und noch nie gezeigt worden.

Kurz vor ihrem Tod vermachte Lise Gujer dem Rätischen Museum ein versiegeltes Paket, das nach ihrem Willen erst 30 Jahre später geöffnet werden durfte, wohl um Nachahmungen ihrer eigenen Arbeit zu vermeiden. Nach Ablauf dieser Frist, offenbarte sich 1998, dass das Paket zahlreiche Skizzen und Entwürfe Kirchners zu Wirkereien enthielt. Das Konvolut wurde zur fachgerechten Sicherung, Aufbewahrung und Restaurierung dem Bündner Kunstmuseum als Schenkung übereignet. Mit diesen Entwürfen verfügt das Bündner Kunstmuseum Chur über ein visuell beeindruckendes und kunsthistorisch höchst bedeutsames Konvolut von weit über fünfzig Entwürfen und Skizzen. Nach langwieriger und aufwändiger Restaurierung sind die zahlreichen Blätter, die sich in einem desolaten Zustand befanden, inzwischen restauriert und können der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Ausstellung stellt diese nicht selten mehrteiligen Entwürfe vor, die durch ihre eigenartige Präsenz und visuelle Reichhaltigkeit beeindrucken. Die teilweise geradezu monumental, aufgrund ihrer materiellen Beschaffenheit aber gleichwohl filigran wirkenden Entwürfe und Vorlagen übermitteln eine eigene Bildsprache. Weit über die ursprüngliche Funktion als Vorlage hinausweisend, können sie sich auf Grund ihrer spezifischen Materialität – einerseits flächige, bisweilen buntfarbige Zeichnungen, andererseits beinahe plastisch-dreidimensionale Mixed Media-Objekte – neben den realisierten Bildteppichen fast gar als eigenständige Kunstwerke behaupten. An relevanten Stellen sind den Entwürfen die ausgeführten Bildteppiche von Lise Gujer an die Seite gestellt, um im Dialog zwischen Vorlage und Wirkerei sowohl die Übereinstimmungen, wie auch die Abweichungen anschaulich zu machen.

Beat Stutzer

Öffentliche Führungen:
An den Donnerstagen, 12. und 26. Februar, 12. März, jeweils 12.30 Uhr.

Publikation:
Bildteppiche von Ernst Ludwig Kirchner und Lise Gujer. Ein Werkkatalog der Entwürfe, hrsg. von Beat Stutzer, mit Beiträgen von Mechthild Flury-Lemberg, Eberhard W. Kornfeld, Kristina Liedtke und Beat Stutzer, Schriften zur Bündner Kunstsammlung 3, gebunden mit Schutzumschlag, 120 Seiten, 156 Abbildungen,
CHF 49.- / CHF 30.- für BKV-Mitglieder.

Die Restaurierung der Entwürfe und Vorlagen haben ermöglicht:

  • Kulturstiftung Julius Bär
  • Ernst Göhner Stiftung
  • Art Mentor Foundation Lucerne
  • Graubündner Kantonalbank
  • Ars Rhenia Stiftung zur überregionalen Förderung von Kunst und Kultur
  • Ehmann-Stiftung, Savognin
  • Willi Muntwyler-Stiftung

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