Bündner Kunstmuseum
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Tel. ++41 81 257 28 68
Fax ++41 81 257 21 72
E-mail: info(at)bkm.gr.ch
Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Di–So 10–17 Uhr
Donnerstag 10–20 Uhr

Uninhabitable Objects
Behausungen zwischen Imagination und Realität
Bündner Kunstmuseum, 1. Juni bis 25. August 2013
Mit „Uninhabitable Objects“ wird im Bündner Kunstmuseum eine Thematik untersucht, die von allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz ist. Die Behausung – und sei diese noch so rudimentär – ist von existenzieller Bedeutung für den Menschen. Es geht in dieser Ausstellung um die subjektiv-imaginative Auseinandersetzung mit Raum- und Wohnvorstellungen: „Wann ist etwas bewohnbar?“, „Wer wohnt darin?“ oder „Könnte ich darin leben?“.
Die ausgewählten Arbeiten verweisen alle in der einen oder anderen Weise in die Wirklichkeit. Es sind Bilder oder Modelle von Behausungen, die zwar real umgesetzt sind oder waren, jedoch für die Betrachterinnen und Betrachter faktisch nicht betret- oder bewohnbar sind und deshalb ihre Vorstellungskraft herausfordern. Gerade weil Behausungen einen zentralen und alltäglichen Bereich unseres Lebens ausmachen, lösen die Uneindeutigkeiten der künstlerischen Umsetzungen sowohl Irritation als auch Faszination aus. Zum Beispiel liess Rachel Whiteread ein viktorianisches Haus komplett mit Beton ausgiessen und die Hülle abtragen, so dass uns der ehemalige Wohnraum als stummes Denkmal der Abwesenheit begegnet. Im Gegensatz dazu erweckt das Künstlerpaar Gabriela Gerber und Lukas Bardill das militärische Attrappendorf Answiesen zum Leben, indem sie mit Ton und Licht die Illusion schaffen, dass die Haushüllen bewohnt sind. Bianca Brunner konstruiert in ihrer Fotoreihe Uninhabitable Objects provisorische Schutzbauten und fotografiert sie in einer Weise, die sowohl ihre Funktion wie auch ihre Grössenverhältnisse seltsam unbestimmt lassen. Benjamin Appel baut ein raumgreifendes, lebensgrosses aber hermetisches Objekt aus alten Möbeln, das gleichzeitig familiär und abweisend wirkt. Not Vital wiederum hat zahlreiche seiner „bewohnbaren Skulpturen“ im Niger, im Engadin oder in Patagonien tatsächlich ausgeführt. Dennoch findet das Bewohnen aus politischen, klimatischen oder geografischen Gründen auch in diesen Fällen meistens nur in der Vorstellung statt.
Bei dieser Ausstellung steht nicht das Haus als Statussymbol im Vordergrund, sondern seine grundsätzliche Bedeutung für den Menschen. „Der Sinn der Hütte“ liegt ebenso darin, eine physische Schutzfunktion auszuüben wie die Möglichkeit zu bieten, „in Frieden zu träumen“ (Gaston Bachelard). Früh schaffen sich Kinder mit einfachen Mitteln und Materialien Behausungen, um sich vor der Welt zu verstecken und einen Ort für sich allein zu haben. Gerade in unserer Zeit und unserer wohlhabenden Gesellschaft, in der die meisten einen festen Wohnsitz in einem stabilen Haus haben, wird die Hütte als Denk- und Rückzugsort wieder wichtig. Die in der Kindheit angelegte Lust des Bauens setzt sich auch in den künstlerischen Konzepten fort, die sich alle mit der mentalen Begeh- und Erlebbarkeit des Raumes auseinander setzen. Gezeigt werden Objekte, Installationen, Fotografien und Videos von Benjamin Appel, Bianca Brunner, Gabriela Gerber/Lukas Bardill, Catrin Lüthi K, Christof Rösch, Thomas Schütte, Gaudenz Signorell, Not Vital und Rachel Whiteread.
Dieser ursprüngliche, in der provisorischen Einfachheit einer Hütte verkörperte Traum nach Unabhängigkeit und Geborgenheit bildet die Grundlage für ein besonderes Angebot für Kinder. In enger Zusammenarbeit entwickeln die Kuratorin Katharina Ammann und die Kunstvermittlerin Alexa Giger eine Kinderbaustelle im Garten der historischen Villa Planta. Im Sommer wird dort unter professioneller Aufsicht mit Kunstschaffenden und Handwerkern eine Kindervilla gebaut, in der Raum- und Wohnfantasien lustvoll ausprobiert werden können.
Anstelle eines klassischen Ausstellungskatalogs erscheint eine Publikation, worin der Vermittlungsgedanke den Leitfaden bildet. Darin enthalten sind neben Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern auch Anregungen und Anleitungen zu praktischen Umsetzungen im Bereich Bauen, Hausen und Wohnen.
Katharina Ammann
Vernissage
Freitag, 31. Mai, 18 Uhr
Begrüssung: Barbara Gabrielli, Leiterin Amt für Kultur
Einführung: Dr. Katharina Ammann, Konservatorin Bündner Kunstmuseum
Öffentliche Führungen
Donnerstags, 18 Uhr: 6. Juni, 20. Juni, 4. Juli, 25. Juli, 22. August
Sonntags, 11 Uhr: 9. Juni, 25. August
Answiesen Visitation
Begehung der Ortskampfanlage St. Luzisteig mit Gabriela Gerber und Lukas Bardill
Samstag, 8. Juni, 20.30 Uhr
Treffpunkt Bündner Kunstmuseum, Teilnehmerzahl beschränkt, Unkostenbeitrag CHF 10.-, Anmeldung unter 081 257 28 68 oder info(at)bkm.gr.ch
Publikation
Uninhabitable Objects – Behausungen zwischen Imagination und Realität, herausgegeben von Katharina Ammann und Alexa Giger, mit Beiträgen von Katharina Ammann, Alexa Giger, Anna Joss, Christina Luzzi, Nicole Seeberger, Bündner Kunstmuseum Chur, Preis CHF 28.- (BKV 24.-)
Bauprojekt Kindervilla
Bautage für Schulklassen (ab 3. Klasse):
Juni: DI 4./DO 6./DI 11./DO 13./DI 18./MI 19./DO 20./DI 25./MI 26./DO 27.
Bauen in den Ferien:
2. bis 5. Juli für Kinder ab 10 Jahren, 9 bis 16.30 Uhr
Aufrichtfest Kindervilla
5. Juli, ab 17 Uhr
Einführung für Lehrpersonen
5. Juni, 17 bis 19 Uhr, Anmeldung erforderlich
Anmeldung unter 081 257 28 72 oder alexa.giger(at)bkm.gr.ch
www.buendner-kunstmuseum.ch/kunstvermittlung/veranstaltungen.html
Veranstaltungen NAIRS Zentrum für Gegenwartskunst, Scuol
Freitag, 14. Juni, 18 Uhr
Vernissage "Uninhabitable Objects – Zweckfreie Architektur und Nutzen der Kunst"
Dienstag, 6. August, 20 Uhr
NAIRS FILM: Rachel Whiteread "House" (1993), Einleitung von Katharina Ammann
Mittwoch, 7. August, 19.30 Uhr
Gespräch zwischen Architekten und Künstlern und den Kuratoren Christof Rösch und Katharina Ammann
Ausgehend von der Ausstellung im Bündner Kunstmuseum organisiert Christof Rösch im NAIRS Zentrum für Gegenwartskunst in Scuol eine Parallel-Ausstellung, die unter dem gleichen Titel „Uninhabitable Objects“ die Beziehung zwischen Skulptur und Architektur näher untersucht.
Mirko Baselgia
Primavera
Bündner Kunstmuseum Chur, 22. März bis 23. Juni 2013
Der 1982 geborene Mirko Baselgia gehört zu den vielversprechendsten jungen Bündner Künstlern. Anlässlich der Verleihung des Manor-Kunstpreises Chur widmet ihm das Bündner Kunstmuseum Chur eine Ausstellung – die erste Museumsausstellung in seiner noch jungen Karriere.
In seinem noch jungen Werk erweist sich Mirko Baselgia (*1982) als ein Künstler, dessen Schaffen durch eine besonders sorgfältige Auswahl, Zusammenstellung und Verwendung verschiedener Materialien gekennzeichnet ist. Charakteristisch für sein vielfältiges Schaffen ist es, dass er sich nicht auf ein Medium, auf keine Formensprache und auch auf kein bestimmtes Material festlegt, sondern jedes Werk von Grund auf neu entwickelt. Themen, die ihn interessieren, untersucht er in umfangreichen Recherchen unter Einbezug verschiedener Fachleute und verbindet dabei künstlerische Fragestellungen mit geradezu wissenschaftlichen Methoden, um immer wieder zu überraschenden Lösungen zu kommen. Seine skulpturalen Arbeiten überzeugen als plastische Setzungen im Raum und sind Sinnbildern, die inhaltlich und formal das Verhältnis des Subjektes zu seiner Umwelt reflektieren und gesellschaftspolitische Fragen aufwerfen.
Erste Museumsausstellung
Für seine erste Museumsausstellung im Bündner Kunstmuseum hat Mirko Baselgia neue Werke geschaffen, die teilweise von den spezifischen architektonischen Gegebenheiten der neoklassizistischen Villa Planta ausgehen, in der sich das Museum heute befindet: So erhebt sich über dem Haupteingang ein Frühlingsgarten mit drei Bienenhäusern, das Fenster des ehemaligen Badezimmers wird neu verglast und für die heute leeren Skulpturennischen lässt Mirko Baselgia aus Lava neue Plastiken giessen. Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Räume des Kunstmuseums und bezieht die Schnittstelle von innen und aussen mit ein.
Katalog
Zur Ausstellung erscheint im Verlag Scheidegger&Spiess ein Katalog (d/e). Es ist die erste Publikation des Künstlers und gibt einen repräsentativen Überblick über sein bisheriges Schaffen und dokumentiert die aktuelle Ausstellung. Ein Gespräch zwischen dem Künstler, Stephan Kunz und Christiane Meyer-Stoll gibt zudem Einblicke in die Ideenwelt und die künstlerische Praxis von Mirko Baselgia.
Vernissage
Donnerstag, 21. März 2013, 19 Uhr
Begrüssung und Einführung: Stephan Kunz, Direktor Bündner Kunstmuseum
Überreichung Manor-Kunstpreis Chur: Pierre-André Maus, Mitglied des Verwaltungsrates der Maus Frères SA, Genève
Antupada – Begegnung mit dem Künstler und Gästen
Donnerstag, 13. Juni, 19 Uhr
Einführung für Lehrpersonen
27. März, 17 bis 19 Uhr, Anmeldung erforderlich
Kinderateliers
Atelier I
Mittwoch, 15. Mai, 14 bis 16 Uhr für Kinder von 6 – 8 Jahren
Atelier II mit Mirko Baselgia
Mittwoch, 29. Mai, 14 -16 Uhr für Kinder von 9 – 12
Atelier rumantsch
Ils 5 da zercladur, da las 14 fin las 16
Katalog
Mirko Baselgia. Primum, herausgegeben von Stephan Kunz, mit einen Gespräch zwischen Mirko Baselgia, Stephan Kunz und Christiane Meyer-Stoll, Zürich: Scheidegger&Spiess, 2013, 88 Seiten, ca. 60 Abbildungen, CHF 39.- (BKV CHF 34.-)